Timeline

1830-1850

1839, Louis Jacques Mandé Daguerre, Daguerréotype
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Daguerre gilt weithin als Erfinder der Fotografie. Sein Verfahren basiert auf Forschungen von Nicéphore Niépce, die er weiterentwickelt hat. Mit dessen Sohn Isidore Niépce wurde vertraglich festgehalten, dass die Technik nach Daguerre benannt werde. In seinem Text DAGUERRÉOTYPE beschreibt er die Daguerreotypie als einfach und von jeder Hausfrau handhabbar. Gleichzeitig geht aus Briefwechseln mit seinen Unterstützern und mit Isidore Niépce hervor, dass für ein gelungenes Bild viel Erfahrung und Geschick vonnöten ist. Seine Erfindung verkaufte Daguerre an die französische Regierung und machte sie damit für alle Menschen frei zugängli... Weiterlesen

1844, William Henry Fox Talbot, The Pencil of Nature
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William Henry Fox Talbot, Erfinder des Kalotypie-Verfahrens, war neben Daguerre einer der wichtigsten Fotografie-Pioniere. Aus seiner Forschung ging unter anderem der mit Originalen bebilderte Band The Pencil of Nature hervor, „die erste Programmschrift und die erste Geschichte der Photographie“ (Bernd Stiegler). Sein Kalotypie-Verfahren produzierte im Gegensatz zu Daguerres Methode Negative, die nach kontinuierlicher Verbesserung zur Herstellung von Positiven in hohen Stückzahlen verwendet werden konnten. Die Möglichkeit der „massenhaften“ Vervielfältigung nutzte Talbot für den The Pencil of Nature, der als erste... Weiterlesen

1850-1870

1859, Francis Frith, The Art of Photography
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Der Engländer Francis Frith gilt als einer der herausragenden Architektur-, Landschafts- und Reisefotografen des 19. Jahrhunderts. Durch seine Aufnahmen aus dem Orient und zahlreicher britischer Städte erlangte er weltweit Bekanntheit. In seinem Essay The Art of Photography, welcher im März 1859 in der fünften Ausgabe des Art Journal publiziert wurde, fordert Frith, die Entwicklung der Fotografie hin zu einer eigenständigen Kunstform anzuerkennen. Dabei schreibt er der fotografischen Abbildung eine Naturwahrheit zu, die sie gegenüber der Malerei abgrenzen soll.

1859, Oliver Wendell Holmes, The Stereoscope and the Stereograph
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Um 1860 konstruierte Oliver Wendell Holmes ein Stereoskop, das in den folgenden Jahrzehnten zum Standartbetrachtungsapparat für Stereoaufnahmen wurde. Am Ende des erstmals 1859 im Bostoner The Atlantic Monthly erschienenen Artikels The Stereoscope and the Stereograph erblickt Oliver Wendell Holmes eine glorreiche Zukunft für die stereografische Fotografie. Er plädiert für das Errichten großer spezialisierter Bibliotheken, in denen alle natürlichen und artifiziellen Objekte als Stereoskopien verfügbar sein sollten.

1869, Henry Peach Robinson, Pictorial Effect in Photography
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Henry Peach Robinson, wichtiger Fotograf und Fotografietheoretiker seiner Zeit, schuf Mitte des 19. Jahrhunderts künstlerische Fotografien, indem er eine Technik namens Kombinationsdruck verwendete. Diese Methode war aufgrund der ästhetischen Debatten der damaligen Zeit, in die sich die Fotografie nur schwer fügte, sehr umstritten. Während Robinson seine Fotografien nach malerischen Prinzipen anfertigte und sie dem ästhetischen Bereich zurechnete, sahen seine Kritiker die Bilder weniger als Kunstwerke an. 1869 verfasste Robinson sein erstes und sehr einflussreiches Werk Pictorial Effects in Photography als ei... Weiterlesen

1870-1890

1886, Oscar Krifka, Wer ist ein Amateurphotograph?
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Im Jahr 1886 stellte der Oberleutnant Oskar Krifka vor der Photographischen Gesellschaft in Wien im Rahmen einer Reihe von Diskussionen seine Schrift Wer ist ein Amateurphotograph? vor. In dieser verteidigte und legitimierte er die Amateure gegenüber den Berufsfotografen und veranschaulichte zudem, was Amateurfotografie für ihn bedeutete. Für ihn war ein Amateurfotograf jemand, der neben seinem eigentlichen Beruf aus „Liebhaberei“, und nicht des Geldes wegen, fotografierte. Damit bezog Krifka sich auf den Fotografen und Beamten Carl Srna und unterstützte die zuvor von diesem präsentierte Haltung. Mit seinem Text zur Amat... Weiterlesen

1872, Charles Darwin, ON THE EXPRESSION OF THE EMOTIONS IN MAN AND ANIMALS
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Charles Darwins The Expression of the Emotions in Man and Animals erschien am 26. November 1872 in London und im selben Jahr noch in einer deutschen Übersetzung. Das Buch war zunächst als ein Kapitel seines zweiten evolutionstheoretischen Hauptwerks The descent of man (1871) geplant, wurde jedoch auf Grund seiner Fülle ausgegliedert und als eigenständige Publikation veröffentlicht. In der Einleitung legt er zunächst den Stand der Forschung dar, verweist auf methodische Probleme der Untersuchung von Emotionsbewegungen und legt Rechenschaft über seine eigenen empirischen Methoden ab. Zur Untersuchung der Frage, inwi... Weiterlesen

1877, John Thomson, Street Life in London
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In dem Werk Street Life in London (1877) zeigen der Fotograf John Thomson und der Journalist Adolphe Smith die damals herrschenden sozialen Zustände und Bedingungen, die städtische Armut und den täglichen Kampf ums Überleben auf Londons Straßen auf. Obwohl diese Thematik nicht neu war, ist das Buch durch die Verbindung von Fotografien und den auf Interviews basierenden Texten aufgrund der daraus resultierenden Authentizität einzigartig für die damalige Zeit und stellt eine Schlüsselarbeit in der Geschichte der Dokumentarfotografie dar.

1877, Ernst Mach, Photographische Fixierung der durch Projectile in der Luft eingeleiteten Vorgänge
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Der Österreicher Ernst Mach gilt als Pionier auf dem Gebiet der Kurzzeitfotografie. Der studierte Mathematiker und Naturwissenschaftler wandte sich auch den Bereichen Physik, Philosophie und Wissenschaftstheorie zu. Zu seinen bekanntesten experimentellen Arbeiten gehören die Studien fliegender Geschosse (1884–1888). Mit Hilfe von August Toeplers Schlierenmethode und der Belichtung einer Fotoplatte durch einen elektrischen Entladungsfunken konnte Mach nachzuweisen, dass ein fliegendes Geschoß von einer Kopf- und einer Heckwelle begleitet wird. Die Kopfwelle bewirkt eine Luftverdichtung vor dem Geschoß. Bei Überschallgeschwindigkeit ... Weiterlesen

1889, Peter Henry Emerson, Naturalistic Photography
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Hints on Art ist das vierte Kapitel der Hauptschrift Naturalistic Photography for Students of the Art des britischen Fotografen und Schriftstellers Peter Henry Emerson (1856–1936). Publiziert wurde die erste Fassung 1889 in London von Sampson Low, Marston, Searle & Rivington. Der Text besteht aus 65 „praktischen Hinweisen“ zur Fotografie als eigenständiger Kunstform und plädiert für eine natürliche bzw. naturalistische Fotografie, die der Wahrnehmung des menschlichen Auges, etwa durch unterschiedliche Schärfepunkte im Bild, möglichst nahe kommt.

1890-1910

1890, Jacob August Riis, How the Other Half Lives
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Jacob Riis gilt als der Pionier der sozialdokumentarischen Fotografie. Er hat ihren weiteren Verlauf und ihre wichtigen Vertreter wie Lewis Hine und Dorothea Lange entscheidend beeinflusst. Geprägt durch seine eigenen Erfahrungen als Migrant, wollte er die Armut sozial schlecht gestellter Mensch vor die Linse bringen. In seiner Eigenschaft als Polizeireporter war er anfänglich Amateurfotograf und eignete sich die Fähigkeiten selbst an. Wegen der damaligen schlechten Drucktechnik konnten seine Bilder nicht hochqualitativ reproduziert werden, wodurch seine Bedeutung für die sozialdokumentarische Fotografie erst posthum vollumfänglich... Weiterlesen

1891, Peter Henry Emerson, The Death of Naturalistic Photography
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Das achtseitige Pamphlet The Death of Naturalistic Photography bezieht sich auf Emersons Hauptschrift Naturalistic Photography for Students of the Art von 1889. In der im Februar 1891 veröffentlichten, schwarz gerahmten “Todesanzeige” und dem dazugehörigen Brief, adressiert “AN ALLE FOTOGRAFEN,” erklärt der britische Autor und Fotograf all seine früheren Bestrebungen Fotografie mit einem Kunststatus auszustatten für falsch, kehrt sie ins Gegenteil um (“Photography Not Art”) und bittet bei seinen Anhängern und denjenigen, die fälschlicherweise von ihm angegangen wurden, um Entschuldigung.

1891, Étienne-Jules Marey, La Chronophotographie
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Der Physiologe, ausgebildete Mediziner und Ingenieur Étienne-Jules Marey arbeitete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach der „graphischen Methode“: einem Verfahren, das physiologische Phänomene durch apparative Aufzeichnung in Kurven, Diagramme und Graphen übersetzte. Ab den 1880er Jahren nutzte Marey für seine Bewegungsanalysen von Menschen, Tieren, Gegenständen und ephemeren Elementen wie Wasser und Luft fotografische Platten und Apparate, wobei er im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Eadweard Muybridge stets mit nur einer Kamera arbeitete, deren Platten mehrfach belichtet wurden. In seinem Text La chronophotographie: n... Weiterlesen

1895, Conrad Röntgen, Ueber eine neue Art von Strahlen
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Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen bzw. photonische Teilchen zwischen UV-Licht und Gamma-Strahlung. Angeregt durch Philipp Lenard (1862–1947) entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) diese ionisierenden Strahlen, die er selbst X-Strahlen (engl. X-rays) nannte, bei Experimenten mit Kathodenstrahlen am 8. November 1895. Er beschrieb seine diesbezüglichen Experimente in drei Aufsätzen, die zwischen 1895 und 1897 erschienen: (1) Ueber eine neue Art von Strahlen. (Vorläufige Mittheilung.), 1985 (2) Ueber eine neue Art von Strahlen. II. Mittheilung. (Fortsetzung.), 1896 und (3) Weitere Beobachtungen ... Weiterlesen

1896, Maurice Vital Portman, Photography for Anthropologists
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Maurice Vidal Portman war ein britischer Marineoffizier. Er verbrachte einen Großteil seines Lebens in Port Blair auf den Andamanen (seinerzeit britische Kolonie, heutiges Indien) in der Andamansee, wo er 1879 als verantwortlicher Offizier der Andamanen stationiert wurde und bis auf wenige Ausnahmen bis 1901 blieb. Seit 1858 nutze die Regierung Großbritanniens die Inseln als Strafkolonie. In den 1890er Jahren begann man mit dem Bau eines neuen großen Zellengefängnisses in der Nähe von Port Blair. In seiner Zeit auf den Andamanen fotografierte und dokumentierte Portman zahlreiche Ureinwohnerstämme wie die Onge, die Ta-Yeri und die A... Weiterlesen

1897, August Strindberg, Om Ijusverkan yid fotografering
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August Strindberg, der vor allem für sein literarisches Schaffen bekannt ist, widmete sich in verschiedenen Phasen seines Lebens auch der Fotografie: Neben dokumentarischen Arbeiten, Selbstportraits und Familienbildern experimentierte Strindberg mit Linsenkonstruktionen, Kameras sowie der Farbfotografie. In seinem Essay Über die Lichtwirkung bei der Fotografie. Betrachtung aus Anlaß der X-Strahlen, der erstmals im Jahr 1897 erschien, beschreibt Strindberg seine fotografischen Experimente wie die Aufnahme von Himmelskörpern, bei denen er auf Linse und Kamera verzichtete, um so die äußerste Wahrheit ohne Verzerrung zu erfass... Weiterlesen

1907, Francis Galton, Composite Portraiture
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Im Kapitel Portaiture in Inquiries into Human Faculty and Its Development (1883) beschreibt Galton Gegenstand und Prinzip seiner Methode der "Composite Portraiture". Bei dieser werden Fotografien verschiedener Menschen durch Mehrfachbelichtung kombiniert, so dass ein einzelnes Foto entsteht, in dem sich die Gesichter mischen.Sein Interesse gilt dabei vor allem der Frage, ob sich beispielsweise Portraits krimineller oder kranker Menschen als bestimmten Typ ausmachen lassen.

1909, Lewis W. Hine, SOCIAL PHOTOGRAPHY; HOW THE CAMERA MAY HELP IN THE SOCIAL UPLIFT
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Der amerikanische Soziologe und Fotograf Lewis W. Hine gilt als wichtiger Vertreter der Sozialdokumentarischen Fotografie. Seine bekanntesten und wirksamsten Aufnahmen entstanden kurz nach der Jahrhundertwende, als er für das National Child Labor Committee (NCLC) durch die USA reiste, um verschiedene Formen von Kinderarbeit als Folge der Industrialisierung zu dokumentieren. So kritisch und hoffnungsvoll wie seine fotografische Arbeit aus dieser Zeit ist auch der Abdruck seiner Rede Social Photography; How the Camera May Help in the Social Uplift (1909). Hine wollte das Leben der amerikanischen Arbeiter verbessern und vertr... Weiterlesen

1910-1930

1911, Louis Darget, Exposé des différentes methodes pour l’obtention de photographies fluido-magnétiques et spirites Rayons V (Vitaux)
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Louis Darget, ehemaliger Offizier und Pionier der Fluidal- und Gedankenfotografie glaubte farbige Gedankenbilder erzeugt zu haben, die u.a. Kandinsky angeregt haben sollen, der sich okkulten Darstellungen widmete. Zusammen mit Baraduc entwickelte Darget ein tragbares Röntgengerät. Berühmt wurde er vor allem durch seine vermeintliche Entdeckung der V-Strahlen (Vital- oder Lebensstrahlen), die er fotografisch festzuhalten suchte. Dieses Lebensfluid soll besonders Magnetiseuren und Medien entströmt sein.

1913, Hippolyte Baraduc, L’Âme humaine, ses mouvements, ses lumières et l'iconographie de l'invisible fluidique
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Hippolyte Ferdinand Baraduc war Facharzt für Nervenkrankheiten an der Hôpital de la Salpêtrière in Paris und erforschte Bioenergie sowie Gedankenfotografie. Als Magnetopath tätig, behandelte er Krankheiten nach Mesmers Animalischem Magnetismus. Er rief die fotografische Methode Ikonographie ins Leben, die elektro-vitalen Strom bzw. die innerste Vitalseele und dessen psychische Zustände festhalten sollte. Der entwickelte Baraduc-Biometer diente dem Nachweis einer mechanischen Kraft menschlicher Vibrationen. Seine entstandenen Fotografien regten Annie Besant und Charles W. Leadbeater zu ihren Gedankenformen... Weiterlesen

1916, Alvin Langdon Coburn, The Future of Pictorial Photography
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Alvin Langdon Coburn war ein wichtiger Vertreter des Piktoralismus. Als einziger Fotograf stand er der avantgardistischen Kunstströmung des Vortizismus nahe. Sein Essay The Future of Pictorial Photography erschien im Magazin Photograms of the Year 1916. Programmatisch beschreibt der Text eine Wende vom Symbolismus hin zur Moderne. Er zielt darauf, die Fotografie als gleichwertige Kunstform neben der Malerei zu etablieren und den fotografischen Realismus zu überwinden. Dazu gilt es, die speziellen Möglichkeiten der Kamera mittels Verfahren wie der Mehrfachbelichtung, der Mikrofotografie oder der Abstraktion auszusc... Weiterlesen

1922, László Moholy-Nagy, Produktion - Reproduktion
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László Moholy-Nagy (1895–1946) gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Moderne. Als Theoretiker und Praktiker arbeitet er in so unterschiedlichen Bereichen wie Malerei, Fotografie, Film, Werbung, Industriedesign, Bildhauerei und Bühnengestaltung, verzichtet dabei aber stets auf jegliche Form der ästhetischen Hierarchisierung. Moholy-Nagys Text Produktion-Reproduktion erscheint 1922 in der niederländischen Zeitschrift De Stijl, die als Sprachrohr und programmatisches Forum der gleichnamigen künstlerischen Bewegung fungiert und von 1917 bis 1931 existiert. Die Gruppe bekennt sich zu einer geometrisch-ab... Weiterlesen

1926, Arthur Conan Doyle, The History of Spiritualism
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Der promovierte Augenarzt und Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle wurde durch seine Detektivgeschichten um Sherlock Holmes berühmt. Nebenbei war er ein Verfechter des Spiritismus. Er beschäftigte sich vor allem mit Feenerscheinungen und der Sichtbarmachung von Geistern durch die Fotografie.

1927, László Moholy-Nagy, Die Beispiellose Fotografie
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László Moholy-Nagy (1895–1946) gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Moderne. Als Theoretiker und Praktiker arbeitet er in so unterschiedlichen Bereichen wie Malerei, Fotografie, Film, Werbung, Industriedesign, Bildhauerei und Bühnengestaltung, verzichtet dabei aber stets auf jegliche Form der ästhetischen Hierarchisierung.

Moholy-Nagys Text Die beispiellose Fotografie wird 1927 im ersten Band des Jahrbuchs Das deutsche Lichtbild gedruckt, das mit der Absicht erschien, fortan alljährlich „einen Querschnitt durch die deutsche Fotografie zu geben.“ Die Publikation vereint Beiträge von neun beka... Weiterlesen

1927, Albert von Schrenk-Notzing, Materialisationsphänomene bei Stanislawa P.
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Neben seiner Arbeit als Psychologe beschäftigte sich Schrenck-Notzing mit mediumistischen Experimenten der Parapsychologie, welche er im deutschen Raum entschieden prägte. In langen Sitzungen hielt er so dreidimensionale Materialisierungen fotografisch fest, um zu zeigen, dass geistige Bilder materialisiert und durch das fotografische Medium aufgezeichnet werden können.

1930-1950

1931, Germaine Krull, Préface
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Das Buch Études de nu der deutschen Fotografin und Autorin Germaine Krull ist 1931 im Pariser Verlag Librairie des arts décoratifs erschienen. Das Album enthält 24 lose Blätter mit weiblichen Aktaufnahmen. In dem programmatischen Vorwort geht es um die politische Verantwortung des Fotografen die Geschehnisse der Welt bildlich festzuhalten.

1932, Karl Blossfeldt, Wundergarten der Natur
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Im Vorwort zu Wundergarten der Natur (1932) äußert sich Blossfeldt erstmals zu seinen Fotografien. Er meint, dass die elementare Inspirationsquelle der Kunst sowie der Technik in der Natur zu suchen sei. Der Formenreichtum und zweckorientierte Aufbau der Natur kann Blossfeldt zufolge an der Pflanze am deutlichsten nachvollzogen werden. Mittels der Kamera soll die Schönheit und künstlerisch-technische Vollkommenheit der Natur im Bild festgehalten werden. Blossfeldt erstellt seine „Pflanzenurkunden“ in der Hoffnung, dass sie dazu beitragen, eine allgemeine Sensibilisierung für die Vorbildhaftigkeit der Natur zu generieren. Weiterlesen

1936, John Heartfield, Fotomontaž – Sredstvo Klassovoj Bor’by | Fotomontage - Ein Mittel des Klassekampfes
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John Heartfield gilt als Wegbereiter der politischen Fotomontage. In einem Vortrag am Polygraphischen Institut in Moskau betonte er 1931 die Relevanz der Fotomontage als Mittel des Klassenkampfes. Er spricht davon, dass viele Künstler vor der Entwicklung der Fotografie erschraken, dass sie vor der mechanischen Reproduktion geflohen seien. Ruft aber dazu auf, dass proletarische Künstler dieser Erfindung mutig ins Auge blicken müssten, da sie die weitere Entwicklung von dort an in bedeutendem Maße bestimmen wird. Weiter spricht er von der immensen agitierend-propagandistischen Wirkung, die das Sammeln und das geschickte Zusammenstell... Weiterlesen

1950-1970

1955, Otto Steinert, Über die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie
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Als Fotograf und Lehrer war Otto Steinert einer der wichtigsten Figuren der Nachkriegszeit. Er war Mitglied der Gruppe fotoform und gilt als Begründer der Subjektiven Fotografie, einer bedeutenden Strömung im Westdeutschland der 1950er Jahre, die formalästhetisch an die Experimente der Avantgarde anschloss. Sein Text „Über die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie“ ist eine programmatische Abhandlung über die subjektive Anwendung der Fotografie. Darin setzt sich Steinert vor allem mit den technischen Voraussetzungen und bildgebenden Faktoren der Fotografie auseinander, stellt die Gestaltung vor die Abbildung und... Weiterlesen

1965, Gottfried Jäger, Grenzbereiche, Signale eines neuen Programms
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Gottfried Jäger gilt als Initiator und Namensgeber der Generativen Fotografie. Die Gruppe untersuchte die fotografische Bilderzeugung auf systematisch-konstruktive Weise und wendete sich damit gegen die subjektive Fotografie Otto Steinerts und die totale Fotografie Karl Paweks. 1968 trat sie mit der gleichnamigen Ausstellung im Bielefelder Kunsthaus an die Öffentlichkeit - neben Jägers Arbeiten wurden seinerzeit Werke von Kilian Breier, Pierre Cordier und Hein Gravenhorst gezeigt. Kurz zuvor, im Oktober 1965, veröffentlichte das Magazin Foto Prisma. Zeitschrift für neuzeitliche Fotografie den von... Weiterlesen

1965, Gottfried Jäger, Verwandlungen
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Gottfried Jäger gilt als Initiator und Namensgeber der Generativen Fotografie. Die Gruppe untersuchte die fotografische Bilderzeugung auf systematisch-konstruktive Weise und wendete sich damit gegen die subjektive fotografie Otto Steinerts und die totale Fotografie Karl Paweks. 1968 trat sie mit der gleichnamigen Ausstellung im Bielefelder Kunsthaus an die Öffentlichkeit – neben Jägers Arbeiten wurden seinerzeit Werke von Kilian Breier, Pierre Cordier und Hein Gravenhorst gezeigt. Der Artikel Verwandlungen von Gottfried Jäger wurde bereits im August 1965 im Magazin Foto Prisma. Zeitschrift fü... Weiterlesen

1969, Gottfried Jäger, Generative Fotografie
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Im Jahr 1968 führt Gottfried Jäger den Begriff Generative Fotografie im Zusammenhang mit einem künstlerischen Programm im Bielefelder Kunsthaus ein. Ein Jahr später veröffentlicht das Magazin Foto Prisma. Zeitschrift für neuzeitliche Fotopraxis im Oktober 1969 den Artikel Generative Fotografie von Jäger. Darin setzt er sich mit der Theorie und den Charakteristiken dieses Systems auseinander. Zunächst macht Jäger auf einen Wandel der Ästhetik im Verlauf der Geschichte aufmerksam: Von Schönheit, Harmonie und Maß, über eine naturwissenschaftliche Erklärung mit ästhetischen Kategorien wie Information, Komplex... Weiterlesen

1969, Gottfried Jäger, Lochblendenstrukturen
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Im Eigenverlag veröffentlichte Gottfried Jäger 1969 die Mappe Generative Fotografie. Diese beinhält sechzehn Bildtafeln, wovon acht Jägers Lochblendenstrukturen und acht generative Arbeiten von Hein Gravenhorst zeigen. Sie wurden jeweils mit Texten der Fotografen ergänzt: Lochblendenstrukturen und Fotomechanische Transformationen. Herbert W. Franke verfasste den begleitenden Text Grundlagen einer kybernetischen Theorie der Kunst.Im Text von Jäger wird die Camera Obscura, als ältestes und einfachstes Prinzip der Bildaufzeichnung, mit dem Einsatz multipler Lochblenden zusammengebracht. Einem Lochblendenmust... Weiterlesen

1970-1990

1970, Mel Bochner, Misunderstandings (A Theory of Photography)
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Der US-Amerikaner Mel Bochner gilt als Mitbegründer der Konzeptkunst. Er gehört somit zu einer Künstlergeneration, die Anfang der 1960er-Jahre radikal die Vorrangstellung der Malerei aufzulösen versucht. Bochner gelingt dies vor allem durch den Einbezug von Sprache in seine Arbeiten. Sein Werk Misunderstandings (A Theory of Photography) umfasst zehn im Offset-Verfahren bedruckte Karteikarten der Größe 12,7 x 20,3 cm. Auf neun dieser Karten ist jeweils ein faksimiliertes handschriftliches Zitat über Fotografie zu sehen. Drei der Zitate sind jedoch von Bochner frei erfunden. Die zehnte Karteikarte zeigt eine Polaroid-Aufnahm... Weiterlesen

1976, Jo Spence and Terry Dennett , Photography, Ideology and Education
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Die britische Künstlerin Jo Spence eröffnet mit ihren fotografischen Arbeiten einen kritischen Diskurs über Politik, Klasse, Bildung sowie Gender. Zudem versucht Spence das Nicht-Repräsentierbare ihrer Krankheit (Brustkrebs und Leukämie) durch die Fotografie zum Ausdruck bringen und wählt so einen künstlerisch-ästhetischen Ansatz, um über den Umgang mit der menschliche Gesundheit zu reflektieren. Der Text Photography, Ideology and Education wurde von Jo Spence gemeinsam mit Terry Dennett verfasst, dessen fotografische Arbeit um Probleme der Dokumentation und Archivierung urbaner und städtischer Kulturen sowie um gegenwärt... Weiterlesen

1976, Dieter Hacker, Andreas Seltzer , Volksfoto
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1976 gründeten Andreas Seltzer und Dieter Hacker die Fotozeitschrift VOLKSFOTO – Zeitung für Fotografie, welche für sieben Mark pro Heft erhältlich war. Insgesamt erschienen sechs Ausgaben, die unter Mithilfe von Gastbeiträgen und eingesandten sowie öffentlichen Fotografien entstanden. In diesen wurde das Thema der Amateurfotografie vor allem in Abgrenzung zur professionellen Fotografie diskutiert und anhand von Artikeln über politische Fotografie, Familien- und Kinderfotos oder erotischen Bildern dargestellt. In ihrem einführenden Text Der unsichtbare Berg, der der ersten Ausgabe vorangestellt war, beschreiben S... Weiterlesen

1979, Jeff Wall, To the Spectator
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In dem frühen Text To the Spectator (1979) äußert sich Jeff Wall über seinen Einsatz von Leuchtkästen: großformatige Transparente, die von hinten mit Licht bestrahlt werden. Es handelt sich um eine Technik, die häufig in der Werbebranche verwendet wird, und die Wall ab 1978 in die (Kunst-)Fotografie einbrachte. Heute arbeitet er hingegen mit großformatigen Cibachrom-Abzügen, die besonders hohen Qualitätsstandarts entsprechen und sich durch satte Farben, Glanz und große Tiefenwiedergabe auszeichnen. Im Text bezeichnet Wall die Präsentationsform des Leuchtkastens als „delivery system“ und bezieht sich auf den Künstler Dan Fl... Weiterlesen

1980, Andreas Müller-Pohle, Visualismus
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Andreas Müller-Pohle, deutscher Fotograf und Medienkünstler, prägte mit seinem Artikel, welcher 1980 in der dritten Ausgabe des Kunstmagazins European Photography erschien, den Begriff des Visualismus. In seinem Text thematisiert er den Visualismus als eine neue Konzeption des Sehens – Fotografie frei der Festlegungen von Ergebnis und Wirkung. Die Ordnung entsteht innerhalb der Kamera; die aufmerksame Wahrnehmung der Fotografen für ihre Umwelt bestimmt Sujet und Ausschnitt. Es geht darum, die visuelle Welt in ihren Ordnungszusammenhängen sichtbar zu machen und zu hinterfragen. Dafür werden beispielsweise extreme Kamerapers... Weiterlesen

1982, Peter McKenzie, Bringing the Struggle into Focus
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Peter McKenzies Text Bringing the Struggle into Focus wurde 1982 im Staffrider Magazine publiziert, das in den 1970er und 1980er Jahren eine wichtige literarische Plattform für (politisch engagierte) Autoren und Künstler in Südafrika war. In seinem Text fordert McKenzie eine dokumentarische Anwendung der Fotografie, die als Teil der Widerstandskultur gute und schlechte Seiten einer Gesellschaft aufzeigen und den Menschen beide verdeutlichen solle. Daraus leitet er auch die Verbreitung der Bilder ab, die ein möglichst großes Publikum erreichen und so ein Umdenken bei Einzelpersonen hervorrufen sollen. Als südafrika... Weiterlesen

1986, Martin Kippenberger, Albert Oehlen , Sand in der Vaseline
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1986 erörtern die beiden Maler Martin Kippenberger und Albert Oehlen in Kippenbergers Künstlerbuch Sand in der Vaseline vermeintliche Vor- und Nachteile der Fotografie, die sie in die affektiven Kategorien was „wir an der Fotografie lieben“ und was „wir an der Fotografie hassen“ einteilen. Die Sprache des Textes ist umgangssprachlich, teilweise ironisch, sarkastisch, poetisch und provokativ, weshalb von einem Gegenmanifest der Fotografie gesprochen werden kann. Die dazugehörigen Fotos wehren sie sich durch banale Motive mit kritisch-ironischen Kommentaren gegen die Hochglanzfotografie. In Text und Bild hinterfragen Kippenb... Weiterlesen

1986, Andreas Müller-Pohle, Photo trouvé
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Der 1986 erschienene Artikel Photo trouvé wurde von dem deutschen Fotografen und Medienkünstler Andreas Müller-Pohle verfasst und in der 26. Ausgabe des Kunstmagazins European Photography abgedruckt. Müller-Pohle thematisiert darin den technischen Prozess zwischen Apparat und Operator als unsichere Verbindung. Daraus erfolgt ein Überschuss von Negativen, Kontakten oder Probeprints. Bei dem Photo trouvé selektiert der Fotograf nun diesen Überschuss aus; bestimmt wird seine Auswahl von Kriterien, die sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Durch Auswahl und Bearbeitung gestaltet er dann sein Material... Weiterlesen

1987, Joachim Schmid, Keine neuen Fotos bis die alten aufgebraucht sind
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Joachim Schmids Arbeiten basieren zumeist auf vorhandenem Material, das er sich unter anderem aus Archiven und populären Magazinen aneignet. Das Konzept seiner „Lumpenfotografie“ (Franco Vaccari) erläuert Schmid erstmals in seinem Text Keine neuen Fotos, bis die alten aufgebraucht sind (1987). Der Beitrag entstand im Rahmen der Ausstellung Hohe und niedere Fotografie im Hafensalon Köln 1988 und wurde seinerzeit zusammen mit einer Podiumsdiskussion zur Ausstellung abgedruckt. Mit Ideen des Recycling, des Sammelns und Neuordnens von omnipräsenten Bildern entwickelt dieser frühe Text zentrale Gedanken, die in Beiträgen wie Weiterlesen

1990-2010

1992, Lomographische Gesellschaft, The Lomography Manifesto
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Drei Wiener Kunststudenten gründen 1992 die Lomographische Gesellschaft (Lomographic International Society). Die Bezeichnung LOMO (Leningrad Optics and Mechanics Association) geht auf einen in St. Petersburg entwickelten Kameratyp zurück. Übersättigte Farben, eine deutliche Vignettierung und die spontane, experimentelle Kadrierung charakterisieren das lomographische Bild. Frei nach dem Motto „Don't think, just shoot" wird die LOMO-Schnappschusskamera seit den 90er Jahren zum integralen Bestandteil des Alltags. Demgemäß fluten die Lomographen Ende des 20. Jahrhunderts als eine der ersten internationalen Fotogemeinschaften die Weltme... Weiterlesen

2008, Walead Beshty,
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Der Installationskünstler und Fotograf Walead Beshty beschäftigt sich mit der Mehrdeutigkeit zeitgenössischer Fotografie im Rahmen ihrer Reproduzierbarkeit. Die Problematik liege ihm zufolge darin, dass das Bild gegenüber dem rein Darstellenden den Bezug zur eigenen Materialität verliere ("dematerialized image world"). In diesem Punkt beruft er sich auch auf Alfred North Whitehead, welcher vom Trugschluss deplatzierter Gegenständlichkeit spricht ("the fallacy of misplaced concreteness"). Beshty geht es nicht darum, die kategorialen Grenzen der Fotografie zu analysieren. Vielmehr betrachtet er selbige als ein sich stetig verändernde... Weiterlesen

2008, Hossam Mohammad Rashad El Hamalawi, The Revolution will be Flickrized
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Hossam Mohamed Rashad el-Hamalawy ist ein ägyptischer Journalist, Blogger, Fotograf und sozialistischer Aktivist. Zeit seines Lebens setzt er sich unter anderem für Menschenrechte, freie Meinungsäußerung und eine offene Presse in Ägypten ein. Seine eigene Website „3arabawy“, mit integriertem Blog, spielt dabei eine wichtige Rolle. Hier spricht und berichtet er öffentlich über unterschiedliche, oft sehr kritische, Themen, von Streiks, Protesten und Demonstrationen bis hin zu Korruption in der Regierung und Polizeigewalt in Ägypten. Aber el-Hamalawy redet nicht nur darüber, sondern ist selbst aktiv, er ist Mitglied einiger Organisati... Weiterlesen

2008, Renzo Martens, Episode III - Enjoy Poverty
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Renzo Martens ist ein niederländischer Künstler, der durch seine kontroversen Dokumentationen Episode I (2003) und Episode III: Enjoy Poverty (2008) bekannt wurde. Mit seiner Organisation arbeitet er an einem Gentrifizierungsprogramm und dem Aufbau eines Kunstmarktes im Kongo.
Martens’ 90 minütiger Film Episode III: Enjoy Poverty wurde erstmals auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) 2009 gezeigt. Weitere Vorführungen fanden im Centre Pompidou, der Berlinale, der Manifesta 7, The Moscow Biennial, im Tate Modern und Stedelijk Museum Amsterdam sowie auf der 19th Bienn... Weiterlesen

2010, Lomographische Gesellschaft , The Future is Analogue – Zehn Prophezeiungen für die Analoge Zukunft
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Drei Wiener Kunststudenten gründen 1992 die Lomographische Gesellschaft (Lomographic International Society). Die Bezeichnung LOMO (Leningrad Optics and Mechanics Association) geht auf einen in St. Petersburg entwickelten Kameratyp zurück. Übersättigte Farben, eine deutliche Vignettierung und die spontane, experimentelle Kadrierung charakterisieren das lomographische Bild. Frei nach dem Motto „Don't think, just shoot“ wird die LOMO-Schnappschusskamera seit den 90er Jahren zum integralen Bestandteil des Alltags. Demgemäß fluten die Lomographen Ende des 20. Jahrhunderts als eine der ersten internationalen Fotogemeinschaften die Weltme... Weiterlesen

2010-Gegenwart

2010, Mishka Henner, Photography Is
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Der in Großbritannien lebende Künstler Mishka Henner arbeitet vornehmlich mit vorgefundenem Material und bereits existierenden Fotografien. So verwendet er beispielsweise Bilder des Fotografen Robert Frank oder Google Street View-Aufnahmen für seine Werke, um sich mit dem Zeitalter des Internets, der digitalen (Nachbearbeitung der) Fotografie und neuen kartografischen Bildern auseinanderzusetzen. Die Selbstpublikation Photography Is von Henner beinhaltet über 3000 Statements zum Wesen und zur Funktion der Fotografie. 3000 Widersprüchliche Phrasen, die persönliche und allgemeine, einleuchtende und verwirrende Kurzdefinitio... Weiterlesen

2013, Oliver Sieber, Katja Stuke , THE ANT!FOTO MANIFESTO
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Hinter Böhm/Kobayashi verbergen sich Katja Stuke und Oliver Sieber, doch hinter ihrer Identität stecken viele Figuren: Fotograf/in und Künstler/in, Kurator/in und Initiator/in von Ausstellungen, Gestalter/in und Herausgeber/in von Künstlerbüchern. Wer sie jeweils gerade sind, wenn sie sich durch ihren fotografischen Kosmos bewegen, lässt sich nicht immer mit Gewissheit sagen. Durch ihr Werk und ihre Vermittlungstätigkeit sind sie jedoch längst schon zu Moderatoren einer bestimmten fotografischen Kultur geworden.