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Sand in der Vaseline, Martin Kippenberger, Albert Oehlen , 1986


Land Deutschland
Themenfelder Fotografie und Kunst
Techniken Fotomontage
Distributionsformen Künstlerbuch
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1986 erörtern die beiden Maler Martin Kippenberger und Albert Oehlen in Kippenbergers Künstlerbuch Sand in der Vaseline vermeintliche Vor- und Nachteile der Fotografie, die sie in die affektiven Kategorien was „wir an der Fotografie lieben“ und was „wir an der Fotografie hassen“ einteilen. Die Sprache des Textes ist umgangssprachlich, teilweise ironisch, sarkastisch, poetisch und provokativ, weshalb von einem Gegenmanifest der Fotografie gesprochen werden kann. Die dazugehörigen Fotos wehren sie sich durch banale Motive mit kritisch-ironischen Kommentaren gegen die Hochglanzfotografie. In Text und Bild hinterfragen Kippenberger und Oehlen die Kunstproduktion und die Möglichkeiten verschiedener Kunstmedien, insbesondere der Fotografie.

Biografie Martin Kippenberger (1953-1997)
1953 Geboren in Dortmund und aufgewachsen in Essen
1972 Studium an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg bei Arnold Hauser und Franz Erhard Walther, bricht das Studium nach 16 Semestern ab
1976/1977 Florenzaufenthalt und Beginn der Serie Uno di voi, un tedesco in Firenze. Seine erste Einzelausstellung findet mit diesen Bildern in der Zimmergalerie Petersen statt. Lernt Werner Büttner und Albert Oehlen kennen
1978 In Berlin Gründung von Kippenbergers Büro mit Gisela Capitain und Geschäftsführer der Konzert- und Ausstellungshalle S.O.
1980 Lebt in Paris
1982 Erste Gemeinschaftsarbeiten mit Albert Oehlen entstehen
1983 Lebt in Köln
1986 Brasilienreise
1988 Lebt in Carmona/Sevilla und Madrid
1989/1990 Lebt in Venice/Los Angeles
1990 Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste, Städelschule in Frankfurt am Main
1992 Professur an der Gesamthochschule Kassel
1996 Erhält Käthe-Kollowitz Preis
1997 Tod am 7. März im Wien
Einzelausstellungen (Auswahl)(* zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen)
1986 Miete Strom Gas, Hessisches Landesmuseum Darmstadt*
1987 Peter. Die russische Stellung. Galerie Max Hetzler, Köln*
1991 New Work (Put Your Eye In Your Mouth), San Francisco Museum of Modern Art
1993 Candidature á une retrospective, Centre Georges Pompidou, Paris
1994 The Happy End of Franz Kafka’s “Amerika”, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam*
1997/98 Respektive 1997–1976, Musée d’art modern et contemporain, Genf / Castello di Rivoli, Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli/Turin*
2003 Nach Kippenberger/ After Kippenberger, Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig, Vienna; Van Abbemuseum, Eindhoven*
2006 Martin Kippenberger, Tate Modern, London / K21, Düsseldorf*
2008/09 Martin Kippenberger. The Problem Perspective, Museum of Contemporary Art, Los Angeles / The Museum of Modern Art, New York*
2011 Kippenberger miró a Picasso, Museo Picasso Málaga*
2013 Martin Kippenberger. Sehr gut / Very Good, Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin*
Gruppenausstellungen (Auswahl)
1984 Tiefe Blicke. Kunst der achtziger Jahre aus der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Österreich und der Schweiz, Hessisches Landesmuseum, Darmstadt*, Wahrheit ist Arbeit. Büttner, Kippenberger, Oehlen, Museum Folkwang, Essen*
1990 Allegories of Modernism, Contemporary Drawing, The Museum of Modern Art, New York*
1993 Photographie in der Deutschen Gegenwartskunst, Museum Ludwig, Köln / Museum für Gegenwartskunst, Basel / Louisiana Museum of Modern Art, Humblebaek*
1997 documenta X, Kasse*, Skulptur.Projekte, Münster*
2002 Lieber Maler, male mir, Radikaler Realismus nach Picabia, Centre Pompidou, Paris / Kunsthalle Wien / Schirn Kunsthalle, Frankfurt*
2003 La Biennale di Venezia, Deutscher Pavillon (mit Candida Höfer), Venedig*
2009/2010 Pop Life. Art in a Material World, Tate Modern, London / National Gallery of Canada, Ottawa / Hamburger Kunsthalle, Hamburg*
2010 Jeder Künstler ist ein Mensch. Positionen des Selbstportraits, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden*
2011 Tankstelle Martin Bormann. Neuerwerbungen für die Sammlung, Museum Folkwang, Essen
2014 Unter der Erde. Von Kafka bis Kippenberger, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf*. Der Estate of Martin Kippenberger wird von Galerie Gisela Capitain in Köln repräsentiert.
  • Martin Kippenberger: Die gesamten Plakate 1977 – 1997, Kunsthaus Zürich, Zürich 1998.
  • Koch, Uwe: Annotated catalogue raisonné of the books by Martin Kippenberger 1977–1997. Kommentiertes Werkverzeichnis der Bücher von Martin Kippenberger 1979–1997, Köln 2002.
  • Martin Kippenberger. Multiples. Werkverzeichnis. Catalogue Raisonné. Œuvre catalogus, Kunstverein Braunschweig and Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen, Antwerpen; Köln 2003.
  • Martin Kippenberger. Catalogue Raisonné of Paintings. Volume Four 1993–1997, Estate of Martin Kippenberger, Köln 2014.
Transkriptionen: