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Fotomontaž – Sredstvo Klassovoj Bor’by | Fotomontage - Ein Mittel des Klassekampfes, John Heartfield, 1936


Land Deutschland
Themenfelder Sozialdokumentarische Fotografie, Fotomontage, Fotografie und Politik
Techniken Fotomontage
Distributionsformen Zeitschrift
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John Heartfield gilt als Wegbereiter der politischen Fotomontage. In einem Vortrag am Polygraphischen Institut in Moskau betonte er 1931 die Relevanz der Fotomontage als Mittel des Klassenkampfes. Er spricht davon, dass viele Künstler vor der Entwicklung der Fotografie erschraken, dass sie vor der mechanischen Reproduktion geflohen seien. Ruft aber dazu auf, dass proletarische Künstler dieser Erfindung mutig ins Auge blicken müssten, da sie die weitere Entwicklung von dort an in bedeutendem Maße bestimmen wird. Weiter spricht er von der immensen agitierend-propagandistischen Wirkung, die das Sammeln und das geschickte Zusammenstellen von derartigen Dokumenten auf die Massen haben wird. Die Fotomontage ist für Heartfield geeignetes Mittel, um den Klassenfeind so zu zeigen, wie er ist. Somit würde sie – in den richtigen Händen – eine echte Waffe des Kampfes, des Lernens und des Aufbaus werden.

1891 In Berlin-Schmargendorf geboren als Helmut Herzfeld am 19. Juni als erstes von vier Kindern des Schriftstellers Franz Herzfeld (Pseudonym Franz Held)
1895 Wegen Gotteslästerung wurde der Vater zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und begibt sich mit der Familie nach Weggis in der Schweiz.
1898 Herzfeld verliert beide Eltern im Sommer des Jahres. Samt seiner Geschwister wird er vom Bürgermeister der Stadt Aigen aufgenommen.
1907 Unterricht bei dem akademischen Zeichenlehrer und Maler Hermann Bouffier
1909 Beginnt Studium an der Kunstgewerbeschule München (bis 1912)
1913 Umzug nach Berlin und Beginn des Studiums an der Kunst und Handwerkerschule in Charlottenburg
1915 Militärische Ausbildung. Im Dezember Entlassung vom Militär
1916 Nennt sich fortan John Heartfield aus Protest gegen die Hetze „Gott strafe England!“
1917 Mitbegründer des Malik Verlags
1919 Entlassung von der UFA, wegen Aufruf zum Streik anlässlich der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
1920 Auftritte bei Veranstaltungen der Berliner Dadaisten als „Monteur Dada“. Mitherausgeber von „daDa 3“. Zum ersten Mal werden eigene Arbeiten ausgestellt auf der „1. Internationalen Dada-Messe“
1924 Erste „Fotomontage zur Zeitgeschichte“ Väter und Söhne
1929 Fotos und Fotomontagen zu Deutschland, Deutschland über alles
1931 Besucht erstmals die Sowjetunion
1936 Beteiligung an der „Internationalen Foto Ausstellung“ in Prag. Auf Verlangen des deutschen Gesandten werden Arbeiten Heartfields beschlagnahmt.
1938 Auslieferung nach Deutschland. Mit anderen Antifaschisten wird von der tschechoslowakischen Regierung abgelehnt.
1940 Aufenthalt in drei englischen Internierungslagern
1943 An Veranstaltungen des „Freien Deutschen Kulturbundes“ beteiligt
1950 Wiederaufnahme der Arbeit in der DDR
1956 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin
1957 Überreichung des Nationalpreises für Kunst und Literatur der DDR
1958 Erhält die Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus
1968 In Berlin gestorben am 26. April.
  • John Heartfield: Der Sinn von Genf: Wo das Kapital lebt, kann der Friede nicht leben! 1932. Fotomontage, hg. von den Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie (Roland März), Berlin 1981.

Sekundärliteratur

  • Eckhard Siepmann: Montage: John Heartfield – vom Club Dada zur Arbeiter-Illustrierten-Zeitung, Berlin (West) 1977.
  • Roland März: John Heartfield. Fotomontagen aus den Jahren 1924 bis 1944, 1978.
  • Roland März: Der Schnitt entlang der Zeit. Selbstzeugnisse Erinnerungen Interpretationen, Dresden 1981.
  • David Evans: John Heartfield. Arbeiter-Illustrierte Zeitung. Volks Illustrierte. 1930–38, New York, 1992
  • Roland März: Heartfield montiert. 1930–1938, Leipzig 1993.

Ausstellungskataloge

  • Against Hitler! Photomontages by John Heartfield 1930–38 (Kat Ausst. Spertus Gallery 1994), Jerusalem 1994.
  • Benütze Foto als Waffe! John Heartfield – Fotomontagen (Kat. Ausst. Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main 1989), Frankfurt am Main 1989.
  • John Heartfield. Fotomontagen 1928 – 1939 (Kat. Ausst. Karikaturmuseum Krems 2003), Krems u.a. 2003.
  • John Heartfield. Photomontages polotoques 1930 – 1938 (Kat. Ausst. Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg 2006), Straßburg 2006.
  • John Heartfield. Zeitungsausschnitte: Fotomontagen 1918 – 1938, aus der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berlin (Kat. Ausst. Berlinische Galerie 2009), Ostfildern 2009.
Transkriptionen: