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Composite Portraiture, Francis Galton, 1907


Land England
Themenfelder Fotografie und Naturwissenschaften, Anthroplogie
Techniken Kompositfotografie, Albuminabzüge
Distributionsformen Montiertes Original, Buch
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Im Kapitel Portaiture in Inquiries into Human Faculty and Its Development (1883) beschreibt Galton Gegenstand und Prinzip seiner Methode der "Composite Portraiture". Bei dieser werden Fotografien verschiedener Menschen durch Mehrfachbelichtung kombiniert, so dass ein einzelnes Foto entsteht, in dem sich die Gesichter mischen.Sein Interesse gilt dabei vor allem der Frage, ob sich beispielsweise Portraits krimineller oder kranker Menschen als bestimmten Typ ausmachen lassen.

1822 Geboren am 16. Februar in Sparkbrook, Birmingham als neuntes Kind einer wohlhabenden Familie von Waffenherstellern und Bankern. Cousin von Charles Darwin
1822–1827 zeigte schon im jungen Alter einen hohen Intellekt, konnte mit zwei Jahren lesen und beherrschte mit vier bereits viele Latein- und Französischvokabeln. Er konnte sowohl dividieren als auch multiplizieren und las mit sechs Jahren bereits Erwachsenenliteratur.
1827–1837 Besuch verschiedener Schulen und Internate, zum Teil mit sechs bis sieben Jahre älteren Mitschülern. Entwickelt Interesse an Naturwissenschaften, technischen Entwicklungen und englischer Literatur
1838 Beginnt auf Wunsch seiner Eltern die medizinischen Ausbildung im Birmingham General Hospital. Starkes wissenschaftliches Interesse führt zu Selbstversuchen und Experimenten Galtons
1839Ab Oktober Einschreibung am King's College in London. Für seine Leistungen ausgezeichnet
1840 Reise durch Osteuropa entlang der Donau nach Smyrna (heute Izmir)
1840–1844 Studium der Mathematik am Trinity College in Cambridge. Abschluss mit dem Bachelor of Arts
1844 Finanzielle Unabhängigkeit durch Erbe eines großen Vermögens seines Vaters. Legt angebrochenes Medizinstudium komplett nieder und widmet sich ganz dem Reisen und der technischen Entwicklung
1845–1846 Reise nach Ägypten. Fährt den Nil entlang bis nach Khartum im Sudan, von dort aus weiter nach Beirut, Damaskus und den Jordan entlang
1846–1849 Galton verbringt seine Zeit in verschiedenen Regionen Englands mit Jagen und Segeln
1850 Schließt sich der Royal Geographical Society an
1850–1852 Forschungsreisen nach Südwestafrika (heutiges Namibia)
1851 Publikation seines Berichts The Narrative of an Explorer in Tropical South Africa. Erhält dafür Aufmerksamkeit auch außerhalb Großbritanniens. Auszeichnung mit der goldenen Medaille der Royal Geographical Society und der silberne Medaille der französischen geographischen Gesellschaft
1853 Heiratet Louisa Jane Butler (1822–1897)
1855 Galton schreibt den Bestseller The Art of Travel, or Shifts and Contrivances available in Wild Countries. Der Ratgeber für Reisende festigt seine Reputation als Geograph und Erforscher 1857Umzug nach Kensington (London), wo er für den Rest seines Lebens wohnt
1863–1885 Engagement in der British Association for the Advancement of Science. Bis 1867 Generalsekretär, anschließend Präsident der geographischen Abteilung und ab 1877 Präsident der anthropologischen Abteilung
1865 Beeinflusst von Charles Darwins 1859 erschienenem Werks Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favored Races in the Struggle of Life beginnt sich Galton mit der Vererbungslehre zu beschäftigen. Wendet als erster empirische Methoden auf die Vererbung geistiger Eigenschaften an
1869 Sein berühmtestes Werk, Hereditary Genius. An Enquiry into ist Laws and Consequences erscheint. Es ist ein Vorläufer der Verhaltensgenetik
1878 Entwickelt Verfahren zur Herstellung von Kompositportraits
1883 Inquiries into Human Faculty and its Development erscheint
1888 Auftrag der britischen Kolonialregierung in Britisch Indien ein praktikables Personenerkennungssystem zu entwickeln. Begründete das daktyloskopische Verfahren der Identifizierung durch Fingerabdruckuntersuchungen wissenschaftlich
1909 Adelung für seine Verdienste
1911 Galton starb am 17. Januar.
  • Francis Galton: Address to the Anthropological Department of the British Association, London 1877.
  • Francis Galton: Composite portraits made by combining those of many different persons into a single figure, London1878.
  • Francis Galton: Generic images, London 1879.
  • Francis Galton: Inquiries into Human Faculty and Its Development, London 1883.

Sekundärliteratur

  • Nicholas Wright Gillham: A Life of Sir Francis Galton: From African Exploration to the Birth of Eugenics, Oxford 2001.
  • Martin Brookes: Extreme Measures: The Dark Visions and Bright Ideas of Francis Galton, Bloomsbury 2004.
  • Stuart und Elizabeth Ewen: Nordic Nightmares, in Typecasting: On the Arts and Sciences of Human Inequality, New York 2006, S. 257–325.
Transkriptionen:

Francis Galton

Frontispiz zu Francis Galton "Inquiries into the Human Faculty and its Development", 1883... Zum Abbildungsverzeichnis

Francis Galton

Kompositionsportraits dreier Schwestern, undatiert... Zum Abbildungsverzeichnis

Francis Galton

Kompositportraits von Strafgefangen und "normale" Vergleichspopulation, 1883.... Zum Abbildungsverzeichnis