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Om Ijusverkan yid fotografering, August Strindberg, 1897


Land Schweden
Themenfelder Fotografie und Naturwissenschaften, Spiritismus
Techniken Celestographie, Kameralose Fotografie
Distributionsformen Original
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August Strindberg, der vor allem für sein literarisches Schaffen bekannt ist, widmete sich in verschiedenen Phasen seines Lebens auch der Fotografie: Neben dokumentarischen Arbeiten, Selbstportraits und Familienbildern experimentierte Strindberg mit Linsenkonstruktionen, Kameras sowie der Farbfotografie. In seinem Essay Über die Lichtwirkung bei der Fotografie. Betrachtung aus Anlaß der X-Strahlen, der erstmals im Jahr 1897 erschien, beschreibt Strindberg seine fotografischen Experimente wie die Aufnahme von Himmelskörpern, bei denen er auf Linse und Kamera verzichtete, um so die äußerste Wahrheit ohne Verzerrung zu erfassen. Der naturwissenschaftliche Autodidakt Strindberg kritisiert in seinem Text mit dem Verweis auf seine Fotoexperimente und deren Ergebnisse den herrschenden Habitus der Naturwissenschaft. Die aufgestellten Naturgesetze deklariert er als Vereinfachungen und weist auf die noch ungeklärten Geheimnisse des Universums hin.

22.01.1849 Johan August Strindberg wird in Stockholm geboren
1861/1862 Erste Fotoerfahrungen
1867–1868 Abitur in Stockholm; anschließend Studium („Ästhetik und lebende Sprachen“) in Uppsala; Abbruch des Studiums, Tätigkeit als stellvertretender Volksschullehrer in Stockholm und als Hauslehrer
1869 Beginn und Abbruch eines Medizinstudiums; Selbstmordversuch; Strindberg schreibt als Dramatiker erste Stücke
1870–1874 Rückkehr an die Universität, Gründung der literarischen Gesellschaft „Runa“, wo regelmäßig literarische, philosophische und religiöse Probleme diskutiert werden; 1872 erfolgt der endgültige Abbruch des Studiums; 1874 wird er Assistent an der Königlichen Bibliothek
1877 Strindberg heiratet Siri von Essen, die als Schauspielerin des Königlichen Theaters tätig ist. Gemeinsam bekommen sie drei Kinder. Karin (*1880), Greta (*1881) und Hans (*1884)
1879 Das rote Zimmer (Röda rummet) bringt Strindberg den literarischen Durchbruch
1883–1884 Strindberg lebt mit seiner Familie in Frankreich und der Schweiz; Veröffentlichung der Novellensammlung Heiraten (Giftas), die zu einer Anklage wegen Gotteslästerung führt; im November desselben Jahres wird er von dem Vorwurf freigesprochen
1886 Erste eigene Kamera; Fotoreportage über die Situation der Bauern in Frankreich; Serie von Selbstbildnissen in unterschiedlichen Posen und Rollen, Familienfotografien
1887–1892 Umzug nach Dänemark und Rückkehr nach Stockholm; Eheprobleme und Scheidung von Siri; es folgen eine künstlerische Krise und paranoide Schübe
Ab 1892 Umzug nach Berlin; Phase des Malens, Fotografierens und Experimentierens; die Durchführung der fotografischen Experimente steht in Verbindung zu Strindbergs naturwissenschaftlichen und okkulten Interessen
1893 Kurze Ehe mit der zwanzigjährigen Journalistin Frida Uhl; Geburt der gemeinsamen Tochter Kerstin im Jahr 1894; Bruch zwischen Strindberg und Uhl im selben Jahr
1894 Naturwissenschaftliche und philosophische sowie alchimistische Studien in Paris
1895–1897 Einsetzen der „Inferno Krise“. Scheidung von Strindberg und Uhl; Strindberg leidet nach seiner gescheiterten Ehe unter Wahnvorstellungen, Verfolgungsangst und Depressionen. Diese verarbeitet er u.a. in dem Roman Inferno (Inferno, 1897)
Ab 1898 Strindberg beschäftigt sich mit Mystik, Symbolismus und Okkultismus; es entstehen unter anderem die Dramen Nach Damaskus (Till Damaskus I–III, 1898–1904), Der Totentanz (Dödsdansen 1901) sowie mehrere Historiendramen mit Figuren der schwedischen Geschichte
1901–1904 Strindberg heiratet die junge Künstlerin Harriet Bosse (1878–1961); Geburt der gemeinsamen Tochter Anne Marie (*1902); Scheidung im Jahr 1904
14.05.1912 Strindberg stirbt in Stockholm an Magenkrebs
  • August Strindberg: Röda rummet, Stockholm 1879.
  • August Strindberg: Giftas, Stockholm 1884.
  • August Strindberg: Inferno, Stockholm 1897.
  • August Strindberg: Tryck och Otryckt. Ny Samling, Stockholm 1897.
  • August Strindberg: Dödsdansen, Stockholm 1901.
  • August Strindberg: Verwirrte Sinneseindrücke. Schriften zu Malerei, Photographie und Naturwissenschaft, hrsg. von Thomas Fechner-Smarsly, Dresden 1998.

Sekundärliteratur (Auswahl)

  • Hermann Esswein: August Strindberg im Lichte seines Lebens und seiner Werke, München 1909.–Max Fischer: August Strindberg. Ein Beitrag zur Kenntnis der religiösen Psyche unserer Zeit, Mainz 1921.
  • Walter Arthur Berendsohn: August Strindberg. Der Mensch und seine Umwelt - Das Werk – Der schöpferische Künstler, Amsterdam 1974.
  • Wilhelm Friese (Hg.): Strindberg und die deutschsprachigen Länder (Internationale Beiträge zum Tübinger Strindberg-Symposium 1977), Basel/Stuttgart 1979.
  • Göran Söderström et al. (Hg.): Der andere Strindberg. Materialien zur Malerei, Photographie und Theaterpraxis, Frankfurt am Main 1981.
  • Peter Schütze: August Strindberg. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek bei Hamburg 1990.
  • Douglas Feuk: Strindberg. Paradiesbilder - Infernomalerei, Hellerup 1991.
  • Olof Lagercrantz: Strindberg, Berlin 1998.
  • Walter Baumgartner (Hg.): August Strindberg. Der Dichter und die Medien, München 2003.
Transkriptionen: Sonstige:

August Strindberg

Le Soleil a, 1893/1894.... Zum Abbildungsverzeichnis

August Strindberg

Celestografie, 1893/1894.... Zum Abbildungsverzeichnis

August Strindberg

Selbstportrait, 1886.... Zum Abbildungsverzeichnis

August Strindberg

Strindberg als Gärtner mit seinen kleinen Töchtern Karin und Greta, 1886.... Zum Abbildungsverzeichnis

August Strindberg

Photogramm von Kristallisationen, 1892–1896.... Zum Abbildungsverzeichnis