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ON THE EXPRESSION OF THE EMOTIONS IN MAN AND ANIMALS, Charles Darwin, 1872


Land England
Themenfelder Fotografie und Naturwissenschaften
Techniken Lichtdrucke
Distributionsformen Buch
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Charles Darwins The Expression of the Emotions in Man and Animals erschien am 26. November 1872 in London und im selben Jahr noch in einer deutschen Übersetzung. Das Buch war zunächst als ein Kapitel seines zweiten evolutionstheoretischen Hauptwerks The descent of man (1871) geplant, wurde jedoch auf Grund seiner Fülle ausgegliedert und als eigenständige Publikation veröffentlicht. In der Einleitung legt er zunächst den Stand der Forschung dar, verweist auf methodische Probleme der Untersuchung von Emotionsbewegungen und legt Rechenschaft über seine eigenen empirischen Methoden ab. Zur Untersuchung der Frage, inwieweit besondere Bewegungen der Gesichtszüge und Gebärden wirklich gewisse Seelenzustände ausdrücken, wendet er verschiedene Methoden an: erstens die Beobachtung von Kleinkindern, zweitens von Geisteskranken. Drittens testet er an Versuchspersonen mit Hilfe von Fotografien, inwieweit bestimmte Gesichtsausdrücke allgemein erkannt werden. Ein großer Dank gilt dabei Guillaume-Benjamin Duchenne de Boulogne, von dem er einige Fotografien erhielt und mittels der Heliotypie kopieren ließ. Außerdem studierte er Kunstwerke, beobachtete Emotionen bei Tieren und verschickte Fragebögen an weltweite Korrespondenten, mittels derer er Auskunft über Emotionsausdrücke bei nicht-europäischen Völkern erhalten wollte.Der französische Physiologe Guillaume-Benjamin Duchenne de Boulogne führte Untersuchungen durch, bei denen er mit Hilfe von Elektroden, die er im Gesicht anbrachte, verschiedene Gesichtsmuskeln reizte. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er 1862 in seinem Werk Mécanisme de la physionomie humaine, ou Analyse électro-physiologique de l'expression des passions.

12. Februar 1809 Geburt in Shrewsbury, England
ab 1818 Besuch der privaten Internatsschule von Shrewsbury
1825 Medizinstudium an der Universität Edinburgh
1827 Wechsel zu einem Theologiestudium an der Universität Cambridge, das er 1831 erfolgreich abschließt; steigendes Interesse an naturtheologischen Schriften und Insektenkunde sowie Besuch der Botanikvorlesungen von John Stevens Henslow
1831–1836 Weltreise auf dem Vermessungsschiff HMS Beagle auf Anraten von Professor Henslow, die ihn von Teneriffa über die kapverdischen Inseln nach Südamerika bringt. Umrundung Feuerlands und Besuch der Galapagosinseln. Nach der Pazifiküberquerung kehrt er über Neuseeland, Australien und Südafrika nach England zurück; auf der Reise macht der Beobachtungen, die seine später ausgearbeitete Evolutionstheorie anregen
Ab 1836 Arbeit an Büchern über seine Reise mit der HMS Beagle
1837 Umzug nach London und Freundschaft mit Charles Lyell und Richard Owen sowie Begegnungen mit John Herschel und Alexander von Humboldt
1839 Darwin heiratet seine Cousine Emma Wedgwood mit der er zehn Kinder bekommt; die Jahre in London zählen zu seiner arbeitsreichsten Zeit
1842 Aus gesundheitlichen Gründen Umzug/Rückzug in das Down House südlich von London; erste Skizzen zu seiner Evolutionstheorie
1854 Darwin beendet seine Arbeit an den Rankenfußkrebsen und widmet sich wieder seiner Evolutionstheorie
1858 Gemeinsame Vorstellung der evolutionstheoretischen Arbeiten von Darwin und Alfred Russel Wallace in der Linnean Society, zunächst ohne wesentliche Reaktionen
1859 Nach Drängen Lyells Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life
1860–1882 Darwin wird für seine Widerlegung der christlichen Schöpfungstheorie stark kritisiert und verfeinert daher die Evolutionstheorie in seinen folgenden Publikationen
1868 Veröffentlichung von The Variation of Animals and Plants under Domestication, in dem Darwin all das in den Jahren zuvor gesammelte Material verwendet und aufbereitet, welches die Variation, die Veränderlichkeit, von Tieren und Pflanzen unter dem Einfluss des Menschen zeigt
1871 Veröffentlichung von The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex. Darin beschreibt er die zu dieser Zeit schon diskutierte These der Verwandtschaft des Menschen mit dem Affen und betont die Einheit des Menschen als eine Art ohne sogenannte Subspezies
1872 Veröffentlichung von On the Expression of the Emotions in Man and Animals, in dem er darlegt, wie äußere Merkmale durch Evolution entstanden sind und dass auch die Gefühle und deren Ausdrucksweise bei Mensch und Tieren gleich sind; im selben Jahr erscheint die sechste Auflage von On the Origin of Species
ab 1872 Beschäftigung mit zahlreichen Pflanzenexperimenten und Botanik; Veröffentlichung botanischer Schriften
19. April 1882 Charles Darwin stirbt in seinem Haus in Downe und wird in der Westminster Abbey beigesetzt
  • Charles Darwin: The expression of the emotions in man and animals, London, 1872 (englische Erstausgabe).

Sekundärliteratur

  • Julia Voss: Darwins Bilder: Ansichten der Evolutionstheorie 1837-1874, Frankfurt am Main 2007.
Transkriptionen: Sonstige:

Charles Darwin:

Oskar Gustav Rejlander: Ekel, 1872, Heliotypie.... Zum Abbildungsverzeichnis

Charles Darwin:

Oskar Gustav Rejlander: Überraschte Person, 1872, Heliotypie.... Zum Abbildungsverzeichnis

Charles Darwin:

Adrien Tournachon: Effroi, 1854.... Zum Abbildungsverzeichnis